Kreuzkirche-KW und Sprengel KW

 


     

Monatsspruch Dezember 2023

 
Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern.

Lk 2,30.31


Endlich: Die Sehnsucht ist gestillt, die Prophezeiung hat sich erfüllt! Der gerechte, gottesfürchtige Simeon, dem der Heilige Geist gesagt hatte, er werde nicht sterben, bevor er den Christus des Herrn gesehen, hält das kleine Jesus-Baby auf seinen Armen. Und Simeon fängt an zu singen.
Wie steht es mit uns heute? Tragen wir etwas von dieser Sehnsucht, den Heiland zu sehen, in uns? Eine alte Legende erzählt von einem Menschen, der zu einem Mönch kam und sprach: „Ich möchte Gott finden und weiß nicht wie.“ Da antwortete der Mönch: „Das ist nicht schwer. Liebst du Gott?“ Der Mensch schüttelte den Kopf: „Gott lieben ... das kann ich eigentlich nicht behaupten.“ Der Mönch fragte freundlich: „Gut, wenn du Gott nicht liebst, hast du denn die Sehnsucht, ihn zu lieben?“ Wieder überlegte der Mensch eine Weile und sagte: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht, aber meistens habe ich so viel zu tun, dass diese Sehnsucht im Alltag untergeht.“ Der Mönch ließ nicht locker: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich spürst, hast du dann die Sehn- sucht, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“ Da hellte sich das Gesicht des Menschen auf und er sagte: „Genau das habe ich!“ Da strahlte der Mönch:
„Das genügt. Du bist auf dem Weg.“
Die Sehnsucht nach einer heilen Welt schlummert in jedem Menschen. Der alte Simeon trug diese Sehnsucht ein Leben lang in sich. Ebenso wie die Prophetin
Hanna, die neben ihn trat. Beide haben lange gewartet und beide finden Frieden im Anblick des Kindes. Ja – nicht nur im Anblick: Sie nehmen das Kind in ihre Hände. Sie halten es fest und wissen sich zugleich von diesem Kind gehalten. Alles, was in der Vergangenheit war, das Gute und das nicht so gut Gelaufene, und alles, was die Zukunft bringen wird: Gehalten von Gott in seinen Händen! Wer dies schon einmal erlebt hat, wird einen solchen Augenblick nicht vergessen.
Einen solchen weihnachtlichen Moment wünsche ich jedem von Ihnen. Und dann soll dieses Erlebnis nicht verborgen bleiben. Es soll hinausstrahlen in unsere Welt. Wer sich von Gott gehalten weiß, kann voll Hoffnung und Zuversicht in den Tag gehen. Wir sollen davon reden und Licht bringen in die Welt unserer Mitmenschen. Die Welt braucht das, sie hat Sehnsucht nach dem Heil, das Gott bereitet hat.

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.
( Ev.Gesangbuch 37, 4 )

Bleiben Sie behütet 

Ihr Pfrarrer Ingo Arndt



 


 

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