Kreuzkirche-KW und Sprengel KW

 

Monatsspruch für September

 

Zum Monatsspruch September 2022:
Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit.
Sir 1,10 (Lutherübersetzung)


Zum Geburtstag höre ich oft Worte wie: „Das Wichtigste ist doch die Gesundheit!“ Je älter ich werde, desto überzeugender finde ich das. Aber dann beschleicht mich die Frage, ob Gesundheit wirklich das Wichtigste ist? Ist ein Leben mit einer Krankheit weniger wertvoll?
In Psalm 63,4 heißt es: "Gott, deine Liebe bedeutet mir mehr als das Leben, darum will ich dich preisen." Die Liebe Gottes zu mir ist mehr wert als mein Leben und meine Gesundheit. Daran sollte ich öfter denken. Verliere ich diese Liebe, verliere ich eine sprudelnde Quelle, die mir Kraft und Sinn gibt.
Wo aber finde ich die Liebe Gottes in meinem Leben? Z.B. wenn ich Gottesdienste halte, spüre ich sie, fühle ich mich geborgen. Höre ich sein Wort, bete oder singe ich mit den Anderen, dann spüre ich etwas von jener großen Liebe.
Die Gewissheit, von Gottes Liebe umgeben zu sein, ist nicht jeden Tag gleich. Manchmal gibt es da enorme Erschütterungen, die alles in Frage stellen. Oft braucht es Zeit, um Gottes Liebe in der Rückschau zu erkennen, wann und wo ich von ihm getragen wurde. Oft treffen wir auf Menschen, die uns das Leben schwermachen, die anders leben und denken. Hier wird es für mich oft schwierig, nach Gottes Liebe zu handeln.
Für Jesus steht und fällt unsere Liebe zu Gott damit, wie liebevoll oder nicht wir mit anderen Menschen, auch und vor allem mit für uns schwierigen Menschen umgehen.
Nach einem Streit spüre ich, ich sollte die Hand zur Versöhnung reichen, aber da ist dieser blöde Stolz. Es gibt oft tausend Gründe, die mich hindern, Gottes Liebe an Andere weiterzugeben. Wie oft nehme ich mir vor, heute mache ich noch den versprochenen Krankenbesuch; doch die Arbeit nimmt mich in Beschlag und ich denke, morgen ist ja auch noch ein Tag. Und das ist dumm, sagt uns der Monatsspruch für September, jedenfalls nicht weise. Weise wäre es, innezuhalten und zu schauen, wie oft mir die Liebe Gottes im Leben schon begegnete.
Ich weiß, Liebe kann und lässt sich nicht einfach auf Knopfdruck produzieren. Aber einen Stubs kann man sich schon mal geben lassen. Dieses Lieben muss geübt werden. Es bedeutet, sich selbst nicht in den Vordergrund zu schieben, sondern Andere zu ermutigen und das Gute von ihnen erwarten. Das ist weise. Bleiben Sie behütet.
Ihr Pfarrer Ingo Arndt


 


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