Kreuzkirche-KW und Sprengel KW

 

Gedanken zum Monatsspruch Oktober

Der jüdische Dichter Elie Wiesel hat es auf den Punkt gebracht: "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit!"

Gleichgültigkeit kann alles kaputt machen. Wie gehen wir miteinander um? Das war schon in den Zeiten der Apostel ein Thema. Es ist zu allen Zeiten und überall ein Thema, wo Menschen mit-einander leben.

Nicht beachtet zu werden, nicht gehört zu werden, tut weh. Nichts gesagt zu bekommen, tut weh. Gleichgültigkeit verursacht seelische Schmerzen. Wir wollen doch alle wahrgenommen werden, wollen ernst genommen werden, wollen mitgenommen werden.

"Aufeinander achthaben!" - das ist das Programm für alle, die sich vom Geist Jesu Christi inspirieren lassen. Es ist ein Pflichtprogramm zu Gegenseitigkeit und Gleichberechtigung. Mein Gegenüber ist mir genau so viel wert, wie ich mir selbst wert bin. So wie ich gesehen werden möchte, will ich sehen. So wie ich gehört werden möchte, möchte ich zuhören.

So wie ich zu Wort kommen möchte, lass ich mein Gegenüber zu Wort kommen.

Ist das so in unserer Kirche, in unserem Kirchenkreis, in unserer Ge-meinde?

Aufeinander achthaben, heißt auch: Einander achten, heißt, die Würde der anderen zu achten, sie nicht zu verletzten. Das ist die Liebe, zu der in unserer Heiligen Schrift immer und immer wieder aufgerufen wird. Da geht es nicht in erster Linie um Gefühle. Da geht es um ein Lebensprogramm, das gegen die Gleichgültigkeit ankämpft. Diese Liebe steht für die Würde der anderen ein, für respektvollen, acht-samen Umgang miteinander, sie steht für Toleranz, für Menschenrechte. Das gehört zum Grundethos des Menschen, zum Weltethos.

Nur in einer solchen Atmosphäre der Liebe, der Würde, des Respekts und der Toleranz kann es zu gemeinsamen guten Werken kommen.

Gottes gute Geistkraft bringe uns dazu, dass wir aufeinander achthaben und eine Gemeinde, eine Kirche sind, in der gute Werke wachsen und gedeihen.

Das wünscht Ihnen,

Ihr Pfarrer Dr. Reinhard Kees



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