Kreuzkirche-KW und Sprengel KW

 

Deutsch Wusterhausen

Kurzvideo



- die alte Wehrkirche aus dem 13. Jh-

 


Am westlichen Rand von Königs Wusterhausen - jetzt Stadtteil von Königs Wusterhausen - befindet sich Deutsch Wusterhausen.

Die spätromanische Dorfkirche Deutsch Wusterhausen ist aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und damit eine der ältesten Kirchen Brandenburgs. Sie steht mitten auf dem alten, von einer schönen Feldsteinmauer eingefassten Hof. Nördlich von Deutsch Wusterhausen liegt der neu aufgebaute Ort Diepensee, der im Jahr 2003 wegen des Baues des Flughafens Berlin Brandenburg von Schönefeld nach Königs Wusterhausen umziehen musste.

Nachgewiesene Umbauten und Instandsetzungen an der Kirche:

19. Jahrhundert Anbau der südlichen Vorhalle

1921 Tünchung der Decke

1966 Neugestaltung des "Inneren"

Umfassende Renovierung 1998/9. Außenfassaden, Mauern, Holzverkleidung des Turms, Dachkonstruktion, Außenanlagen. 

Übrigens:In dieser Kirchen werden die Glocken noch von Hand geläutet.

Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde, durch Spenden eine Turm-u. Dachsanierung durchführen zu können. 

Sollten Sie sich für den Erhalt dieser alten Wehrkirche einsetzten wollen, melden sie sich bitte beim Vorsitzenden des GKR, Herrn Dommisch.



In der alten Dorfkirche finden ganzjährig in der Regel alle 14 Tage um 9.00 Uhr Gottesdienste statt. Daneben organisiert die Gemeindeleitung an den "gottesdienstfreien" Wochenenden samstags Abendandachten.

z.Zt.liegen der Redaktion keine Informationen zu den Abendandachtsterminen vor.


Auch zu Konzerten lädt die Gemeinde regelmäßig ein.Das Programm für das Jahr 2020 wird z.Zt. noch erstellt



Termine



Der Ortschronist aus Deutsch Wusterhausen, Siegfried Schust berichtet:

Auf der Westseite des Dorfangers steht mitten auf dem alten, von einer Feldsteinmauer eingefassten Kirchhof, die spätromanische mit einem Satteldach versehene Feldsteinkirche. Sie wurde wahrscheinlich zwischen 1280 und 1350 für den Gottesdienst, aber auch als Schutz- und Wehrbau gegen feindliche Überfalle errichtet.

Da der Teltow um 1240 endgültig unter deutsche Herrschaft kam, ist sicher zu dieser Zeit unser Dorf als deutsche Siedlung gegründet worden. Erst die zweite Generation war aber in der Lage, die nötigen Mittel für einen solch aufwendigen Bau in Auftrag geben zu können.

Der Bau einer steinernen Kirche ist daher stets ein Zeichen dafür, dass sich die Siedlung gefestigt hatte (nach Peter Schmidt: Die Mark Brandenburg, Heft 40).

Betreten wir heute die Kirche, so bietet sich unseren Augen ein schlichter Innenraum mit einer Westempore dar. Auf dem aus Ziegelsteinen gemauerten Altar befinden sich zwei Leuchter und das Kruzifix, dahinter erhebt sich ein großes Holzkreuz. Die hölzerne Kanzel steht auf einem Steinsockel. Im Chorraum steht ein einfacher hölzerner Taufstein.

Von den in vorherigen Jahrhunderten genannten Wertgegenstanden waren bis um 1930 noch 2 Zinkleuchter und ein aus katholischer Zeit stammender Deckel eines Raucherbeckens vorhanden. Zurzeit besitzt die Kirche eine schöne Taufschale aus Zinn von 1678, 41 cm im Durchmesser und mit einem im Boden geritzten Monogramm, sowie der Jahreszahl im Blattkranz.

Während es viele Jahrhunderte lang beim Gesang keine musikalische Begleitung gab, wurde schließlich 1861 für 600 Taler ein Harmonium gekauft und auf der Empore aufgestellt. Dieses wurde 1905 durch ein neues Harmonium abgelöst. Viele fleißige Spender sorgten mit dafür, dass 1967 eine einmanualige Sauer-Orgel mit 6 Registern gekauft werden konnte. ihr schöner Klang begleitet nicht nur den Gesang der sonntäglichen Besucher des Gottesdienstes, sondern erfreute schon viele Menschen bei den regelmäßig stattfindenden Kirchenkonzerten.

Im Turm befinden sich 2 Kirchenglocken. Die alte Glocke aus dem 15. Jahrhundert ist mit der Aufschrift: „o maria, o jhecus“ versehen.

Eine zweite größere Glocke bekam 1884 einen Sprung, wurde umgegossen, am 21. September 1913 geweiht und 1917 für Kriegszwecke eingeschmolzen. Seit dem 25. Juli 1952 gibt es wieder eine zweite Glocke mit der Inschrift: „lch bin der Herr, dein Gott." Die Glockenweihe durch den Superintendenten i. R. Schumann fand unter großer Teilnahme der Bevölkerung auf dem Dorfplatz statt.


Die beiden Glocken in der Dorfkirche zu Deutsch Wusterhausen

Ein Feldsteinbau, der Holzturm ist klein.

Dort hängen zwei Glocken im Dorfkirchlein.

Und ziehe ich am Glockenstrang,

weit übers Land geht ihr heller Klang.

Sehr alt ist die eine, rief stets ohne Hast

mittags und abends: Halte nun Rast!

Sie rief bei Not, Feuer, Krieg und Schmerz,

erfreute bei Taufe und Hochzeit das Herz.

Schon 500 Jahre ertönt ihr Gruß:

„O Maria, Oo jhecus.”

Zweimal verlor sie ihre Begleiterin,

für Kanonen im Krieg gaben die Menschen sie hin.

Sieben Jahre nach der Not wurde die neue geweiht.

„Ich bin der Herr. dein Gott" ruft sie bei Lieb und Leid.

Jeden Sonntagmorgen höre ich voll Freud:

In cis und a ihr schönes gemeinsames Gelaut.

Und geh’ ich einmal hin in Frieden,

sei mir von beiden der traute Klang beschieden.

S. Schust 1994 


Nach dem Verlassen der Kirche betreten wir den alten Kirchhof. Von der Gründung des Dorfes an bis zum Jahre 1912 diente er für die Deutsch Wusterhausener als Begräbnisplatz. Die aus Feldsteinen und Lehm gebaute Umfassungsmauer wurde mit den alten Steinen 1867 neu ausgeführt und 1934 und 1970 ausgebessert. Bei Säuberungs- und Aufräumarbeiten in den 7Oer Jahren verschwand neben vielen alten Grabsteinen leider auch der neben dem Kircheneingang aufgestellte sogenannte „Heidenstein“ aus vorchristlicher Zeit. Heute ist der, in den letzten Jahren völlig umgestaltete, alte Kirchhof einen Spaziergang wert. Ein großer Teil der feldsteinernen Kirchhofsmauer wurde schon restauriert, Wege sind zwischen den alten Bäumen angelegt worden, alte Grabsteine wurden erneuert und aufgestellt und Bänke laden zum Verweilen ein.

Fleißige Hände von Gemeindemitgliedern bepflanzen, pflegen und säubern das Gelände. Besonders schön ist ein Rundgang im zeitigen Frühjahr, wenn Tausende von Schneeglöckchen erblüht sind und sich wie eine weiße Decke über den ganzen Nordteil des alten Kirchhofes ausbreiten.

 


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